Kanzlei Feser

Bieter

Wird ein Bieter, der nicht zugleich Beteiligter ist, in einem Zwangsversteigerungsverfahren vertreten, ist zur Ermittlung der Höhe der Anwaltsgebühren zunächst einmal der Gegenstandswert zu errechnen. Hierfür bestimmt § 26 Nr. 3 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG):

"In der Zwangsversteigerung bestimmt sich der Gegenstandswert bei der Vertretung ... eines Bieters ... nach dem Betrag des höchsten für den Auftraggeber abgegebenen Gebots, wenn ein solches Gebot nicht abgegeben ist, nach dem Wert des Gegenstands der Zwangsversteigerung...."

Primär kommt es damit für die Berechnung des Gegenstandswertes auf das höchste Gebot an. Nur dann, wenn kein Gebot abgegeben ist, ist der Grundstücksverkehrswert maßgeblich. Der Verkwehrswert ist gem. § 74a Abs. 5 ZVG vom Vollstreckungsgericht festzusetzen.

In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, welche Tätigkeit der Rechtsanwalt für den Schuldner erbringen soll. Wird der Rechtsanwalt ausschließlich mit der Wahrnehmung des Versteigerungstermins beauftragt, so fällt hierfür nach Teil 3 Abschnitt 3, Unterabschnitt 4 des Vergütungsverzeichnisses zum RVG folgende Gebühr an:

Unterabschnitt 4: Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung

Nr.

Gebührentatbestand

Gebühr oder Satz der Gebühr nach § 13 RVG

3312

Terminsgebühr

0,4

Kennt man den Gegenstandswert und den Gebührentatbestand, so lässt sich die konkrete Gebühr anhand der sog. Wertetabellen ablesen.

Wertetabellen